„Fido, der Außerwestfälische“

Hintergrund

Die Idee zu dem Animationsprojekt entwickelte Juli Film, eine junge Filmproduktionsfirma aus Münster. Die Entstehungsgeschichte der Serie ist dabei fast so kurios wie die westfälischen Abenteuer des Außerirdischen selbst: Jan Enste, Mitgründer von Juli Film, arbeitete gerade als Werkstattleiter für Film und Video an der Kunstakademie Münster, als ihm ein Praktikant zugeteilt wurde. „Ich dachte natürlich, dass ein Schülerpraktikant käme; doch vor mir stand ein gestandener Mann um die 50, der mit seiner Familie aus Syrien geflohen war. Schnell habe ich dann herausgefunden,

 

„dass dieser Mann nicht nur ein hervorragender Animationsfilmemacher ist, sondern in Syrien sogar Leiter der Animationsfilmabteilung für das Bildungsfernsehen war und nun in Ostbevern als Asylsuchender lebt,“ 

erzählt Jan Enste bis heute verblüfft. Die Praktikumsbescheinigung fiel entsprechend überzeugend aus und Adnan Al Orbeni arbeitete im Semester darauf direkt als Gastdozent für Animationsfilm an der Kunstakademie. Die Geschichte von Adnan Al Orbeni ließ Jan Enste und Mitgründerin Lejla Aliev von Juli Film nicht so schnell los. „Wir wollten einen Menschen mit diesen künstlerischen Qualitäten und dieser Expertise nicht ohne berufliche Perspektive im Münsterland sitzen lassen. Wir können nur erahnen, wie schwierig es ist, die eigene Heimat und damit auch die bisherige Existenz zurückzulassen, vor Krieg und Verfolgung fliehen zu müssen und irgendwo weit weg ganz neu anzufangen. Wir sind glücklich darüber, dass wir Adnan für unser Projekt gewinnen konnten,“ ergänzt Lejla Aliev von Juli Film.

Gemeinsam wurde die Idee von „Fido“ skizziert, einem Außerwestfälischen wie Adnan selbst, der die hiesige Kultur kennenlernt und sich unter den Westfälinnen und Westfalen zurechtfinden muss. Doch für die kleinen Geschichten musste noch ein passender Autor gefunden werden, welcher sich mit den unterschiedlichen Terrains Westfalens gut auskennt und über eine gehörige Portion Humor verfügt. Fündig wurde Juli Film bei Christian Ronig, der zuvor viele Jahre für den WDR in der Region als Autor unterwegs war. Mit Projektidee und Autor im Gepäck begab sich Juli Film auf die Suche nach Kooperationspartnern und Finanzierung. So landete die Idee auf dem Schreibtisch der Stiftung Westfalen-Initiative, die begeistert war. „Zum Thema Heimat und „heimisch werden“ etwas Humorvolles beizutragen – und das von einem internationalen Team – ist besonders wertvoll und ein Beispiel gelingender Integration,“ so Gerd Meyer-Schwickerath, Geschäftsführer der Stiftung. Die Koproduktion des Projekts übernahm das LWL-Medienzentrum für Westfalen. Dessen Leiter Prof. Dr. Köster meint: „Mit der Webclip-Serie schafft Juli Film mit großer Kreativität ein innovatives Medienformat, das mit Witz die Eigenheiten Westfalens vermittelt.“ Keine Serie über die Westfalen ohne geeignete Stimmen – selbst wenn die Menschen in Westfalen nicht viele Worte verlieren.

Die Stimme von Fido spricht die Schauspielerin und Pantomimin Tashina Mende, die auf herausragende Weise diesen Charakter zum Leben erweckt. Die westfälischen Charaktere übernahmen Sophia Demming, Ronja Khairat, Uli Tarner und Hannes Demming, allesamt Mitglieder der Niederdeutschen Bühne Münster. Die Titelmelodie von „Fido, der Außerwestfälische“ wurde komponiert und eingespielt von Daniel Paterok, die grafische Formgebung für den Wiedererkennungseffekt der Folgen erarbeitete Manuel Meyer. Ein Jahr intensive Arbeit brauchte es, um die erste Staffel abzuschließen. „Für uns ein Projekt, bei dem wir viel dazu gelernt haben, denn Arbeitsabläufe mussten erst entwickelt und auch Verständnisprobleme überwunden werden. Einen Animationsfilm muss man ganz anders denken als einen realen szenischen Film,“ so Lejla Aliev von Juli Film. Christian Ronig ergänzt: „Sprachliche Kommunikationsschwierigkeiten zwischen uns und Adnan waren eigentlich nicht so sehr die Herausforderung. Aber wie erklärt man den westfälischen Humor? Was für uns typisch westfälisch und witzig war, weil wir damit aufgewachsen sind, war für Adnan natürlich neu. Das hat zu vielen lustigen Situationen geführt, die uns aber auch zu Änderungen inspiriert haben.“ „Für mich war es eine intensive Arbeit,“ so Adnan Al Orbeni: „Normalerweise sind alle Aufgaben im Animationsfilm auf mehrere Abteilungen verteilt: Es gibt Leute für die Charakterentwicklung, Leute für deren Animation und Leute, die allein für das Zeichnen der Hintergründe zuständig sind. In diesem Projekt habe ich alles allein gemacht – eine große Herausforderung aber auch eine große Freude!“

Die kurzweiligen Clips von „Fido, der Außerwestfälische“ sind Türöffner, die auf teils überraschende Weise einladen, sich mit den eigenartigen und oft nur nachgesagten regionalen und westfälischen Klischees auseinanderzusetzen. Mit dem spielerischen Zugang und der Kürze der Clips richtet sich die Serie an ein alters- und interessenspezifisch weit gefächertes Publikum. Die einzelnen Episoden werden (seit dem 4. Oktober 2021) jeden Montag auf dem Facebook-Kanal der Stiftung Westfalen-Initiative ausgestrahlt. Gerd Meyer-Schwickerath wünscht dem Projekt Erfolg: „Wir freuen uns, wenn die Menschen Fido auf Social-Media teilen und weiter verbreiten, weil sie sich für die Geschichten und Charaktere begeistern.“

Fido, der Außerwestfälische

Der Trailer

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Film ab – Die Episoden der ersten Staffel

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Folge 1: Nützt ja nix
Nachdem Fido auf einer Weide eines Landwirts abgestürzt ist, beginnt sein westfälisches Abenteuer auf einem Bauernhof…

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Folge 2: Die lieben Nachbarn
Die Westfalen machen Urlaub!
Zusammen mit Fido geht’s im Wohnmobil in die Niederlande.…

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Folge 3: Horrido
Erholt geht es für Fido nach dem Urlaub direkt weiter. Höchstpersönlich übt er sich im Vogelschießen auf dem Schützenfest… 

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Folge 4: E-Bikes
Radeln durch Westfalen – auch diese schöne Freizeitbeschäftigung lernt Fido auf seiner Rundreise kennen…

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Folge 5: Aaseekugeln
Nachdem Fido beim Radeln im Teutoburger Wald leicht über das Ziel hinaus schoss, erkundet er nun die örtlichen Kunstobjekte in Münster. Die Giant Pool Balls am Aaseeufer bleiben dabei natürlich nicht unentdeckt…

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Folge 6: Das meiste fällt vorbei
Nach dem schönen Ausflug an den Aasee im verkehrstechnisch gut angebundenen Münster erfährt Fido heute am eigenen Leib die kleinen ÖPNV-Hürden des Landlebens…

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Folge 7: Blasphemie in Paderborn
Fido nimmt zum ersten Mal an einer Messfeier im Paderborner Dom teil. Obwohl er sich sehr anstrengt, will es dem Außerirdischen nicht gelingen, sich an den Ablauf des Gottesdienstes anzupassen…

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Folge 8: Windräder
Im Abendschein flüssiges Korn und schöne Aussichten genießen – so entspannt kann westfälisches Landleben sein. Doch Fido steckt voller Tatendrang und liefert sich ein spektakuläres Kräftemessen mit dem Windrad…

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Folge 9: Last Exit Minden
Das Wasserstraßenkreuz Minden ist der perfekte Standup-Paddling Spot für unseren Außerwestfälischen. Doch nur solange bis ein Schiffshorn ertönt…

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Folge 10: Verschüttet
Auf seiner Reise durch Westfalen-Lippe kommt Fido um eines nicht herum: das Ruhrgebiet mit seiner Geschichte des Bergbaus! Die will sich der Außerwestfälische einmal genauer ansehen und begibt sich unter Tage…

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Folge 11: Stammtisch
Immer wieder montags! Oder wann wart ihr das letzte Mal bei einem Stammtisch? Für Fido ist dies offensichtlich ein neues Erlebnis, aber er lernt schnell…

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Folge 12: Skispringen
Ready – Steady – Spring! Winterberg und Skispringen – das gehört zusammen wie Ruhrgebiet und Bergbau. Und genau das erfährt Fido jetzt am eigenen Leib…

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Folge 13: Sack Salz
Winterzeit ist Grünkohlzeit in Westfalen! Fido kommt bei dieser westfälischen Leibspeise nicht zu kurz und schmecken tut‘s ihm auch noch! Doch der in Westfalen gern gesehene Kohl ist nicht bei allen so beliebt…

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Folge 14: Derby anne Trinkhalle
Es ist Samstag, es ist Derbytag, es heißt Schalke gegen Dortmund. Wer schon einmal eines der bekanntesten deutschen Fußballderbys erlebt hat, weiß, wie aufgeladen die Stimmung unter den Fans der beiden größten Clubs Westfalens sein kann…

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Folge 15: Im Siegerland
Ist das Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer? Oder doch unser Außerwestfälischer? Die beiden sind fast nicht zu unterscheiden… 

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Folge 16: Beim Grand Prix
Einmal antreten und den großen Preis gewinnen. Diese Chance bietet sich dem freudig aufgeregten Fido beim Reitspringturnier auf seinem Darth Vader. Doch der störrige Wallach lässt sich einfach nicht in Bewegung setzen…

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Folge 17: Dann hör‘ ich’s ja
Der wortkarge Stammtisch sprach für sich – der Rheinländer auch. Zwei Sprachkulturen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und Fido ist mittendrin…

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Folge 18: Einbürgerungstest
In der letzten Folge seiner Reise macht Fido Station bei einem westfälischen Einbürgerungstest. Die Himmelsrichtungen in den Regionsbezeichnungen können einen schon mal durcheinanderbringen…

Die „Fido“-Akteure

Adnan Al Orbeni, Animations-Designer

studierte von 1987 bis 1993 bildende Kunst an der Universität Damaskus. Von 1995 bis 2007 arbeitete er als freiberuflicher Gestalter und Grafiker für unterschiedliche Film- und Fernsehprojekte. Ab 2007 begann er für das syrische Bildungsfernsehen zu arbeiten und war als leitender Computergrafiker verantwortlich für ein Team von 7 Mitarbeitern. Aufgrund des Bürgerkrieges lebt er mit seiner Familie seit 2016 im westfälischen Ostbevern. Für Juli Film war er bereits verantwortlich für die Animationen der Webserie „Preußen & Westfalen“, die im Auftrag des LWL entstand. Er war darüber hinaus Gastdozent für Animationsfilm an der Kunstakademie Münster.

Christian Ronig, Autor

studierte englische und niederländische Literatur- und Sprachwissenschaften sowie Erziehungswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität, und schloss 2006 sein Studium mit Magister Artium ab. Seit 2003 arbeitete er u.a. als Autor und On- Reporter für den Westdeutschen Rundfunk (TV/Radio) und für freie Produktionsfirmen als Autor und Realisator von Imagefilmen. Daneben ist er seit 2006 Sprecher für Werbe-, Schulungs- und Dokumentarfilme. Seit 2018 lebt er als freier Künstler, Übersetzer, Texter und Komponist in Münster und Athen, wo er u.a. an der Kapodistria-Universität Workshops in lyrischem Übersetzen gibt.

Tashina Mende, Synchronsprecherin Rolle Fido

ist Schauspielerin und Pantomimin. Ihre Ausbildung erhielt sie bei TheaterTotal in Bochum, an der Bewegungstheaterschule Scuola Teatro Dimitri in der Schweiz und in einer 3-jährigen Pantomimeausbildung an der Etage in Berlin. Sie ist in zahlreichen Produktionen in Berlin und Münster, sowie in internationalen Projekten als Performerin aktiv. In Münster spielte sie in der Produktion „Theater macht Aah!“ am Jungen Theater Münster, ist Mitglied im Stadtensemble Münster und dem Ensemble der „Freuynde + Gaesdte Theaterproduktionen“, Münster. Außerdem arbeitet sie seit vielen Jahren in verschiedenen Kontexten als Theaterpädagogin.

Daniel Paterok, Komponist

ist Pianist und Komponist und war vor Corona mit über 90 Konzerten im Jahr unterwegs, unter anderem mit dem Daniel Paterok Trio. Durch die Pandemie stellte er seine Arbeit vor allem auf Komposition und Produktion im Studio um. Er komponiert Stücke für Klavier und veröffentlicht diese mit unterschiedlichen, internationalen Labels auf digitalen Streaming- Plattformen wie Spotify oder Apple Music. Seine Kompositionen werden mittlerweile mehr als 1 Million mal pro Monat wiedergegeben.

JULI-Film

produziert seit 2008 Filme und audiovisuelle Medien an der Schnittstelle zur bildenden Kunst. Produktionen im dokumentarischen und szenischen Bereich bilden einen Schwerpunkt. Juli Film sind Lejla Aliev und Jan Enste. 2017 waren sie an mehreren audiovisuellen Produktionen der Skulptur Projekte Münster beteiligt. Zusammen mit Mark Lorei entstand für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe die historische Dokutainment-Webserie „Preußen & Westfalen“. Neben Filmen im Corporate Bereich für Unternehmen verschiedenster Größe sind auch künstlerische Musikvideos Teil des Profils. Für das Deutschlandradio wird aktuell die Imagekampagne „Deutschlandradio in den Bundesländern“ produziert.

LWL Medienzentrum für Westfalen

Das LWL-Medienzentrum für Westfalen in Münster ist eine öffentliche Bildungs- und Kultureinrichtung in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Das Medienzentrum fördert das Lernen mit und über Medien in Schule und außerschulischer Bildung (Medienbildung), es vermittelt mithilfe von Filmen, Fotografien und Multimediaproduktionen die Geschichte und Gegenwart Westfalens (Medienproduktion) und es sichert das audiovisuelle Erbe der Region (Bild-, Film- und Tonarchiv).