SchülerStartupGipfel in Münster: Wie finden Jugendliche ihren eigenen Weg?

(v.li.) Die Schülermoderatorin Mia und Schüler-Moderator August zusammen mit Jungunternehmerin Nina Moritz, Startup Teens Geschäftsleitung Nina Schweitzer und Junggründer Gordian Finger beim SchülerStartupGipfel im Ratsgymnasium.

SchülerStartupGipfel: Erst Inspiration, dann selbst ins Machen kommen

Gründerinnen und Gründer geben Einblicke in ihren Weg – Schülerinnen und Schüler übernehmen beim Gipfel am Ratsgymnasium selbst eine aktive Rolle

Münster 22.9.2026. Wie wird aus einer Idee ein Start-up? Welche Fähigkeiten braucht es, um den eigenen Weg zu gehen? Und was hilft, wenn nicht alles gleich beim ersten Versuch funktioniert? Diesen Fragen widmete sich am 22. September der SchülerStartupGipfel am Ratsgymnasium Münster.

Der SchülerStartupGipfel ist ein Format der Agentur GetPeople und wurde in Münster von der Stiftung Westfalen-Initiative unterstützt. Nach der Premiere im vergangenen Jahr im Cineplex Münster fand der Gipfel diesmal direkt in der Schule statt. Wieder stand das Thema Gründen im Mittelpunkt – und wieder waren die Schülerinnen und Schüler nicht nur Publikum, sondern selbst Teil des Programms. Durch den Vormittag führten die Schüler-Moderatoren Mia und August. Gemeinsam mit Gästen aus Gründungspraxis, Wirtschaftsförderung und sozialen Start-ups ging es darum, wie aus eigenen Ideen konkrete Lösungen werden können.

Gründen heißt: ausprobieren, entscheiden, weitermachen

Einen Einstieg in die Welt des Gründens gab Nina Schweitzer von STARTUP TEENS mit einem Impuls zu den „Start-up Basics“. Anschließend berichteten verschiedene Gründerinnen und Gründer von ihren Erfahrungen, Erfolgen und auch den Schwierigkeiten auf dem Weg zur eigenen Unternehmung.

Dabei ging es bewusst nicht nur um Geschäftsmodelle und wirtschaftlichen Erfolg. Themen wie Eigenmotivation, Problemlösungsfähigkeit, Durchhaltevermögen und der Umgang mit Rückschlägen zogen sich durch das Programm. Denn viele Fähigkeiten, die beim Gründen gefragt sind, so Schweitzer, helfen jungen Menschen auch unabhängig davon, ob sie später einmal ein Unternehmen aufbauen.

Mit dabei waren unter anderem Philipp Özren, Gründer von StickTo, Gordian Finger, Gründer und Geschäftsführer der Ingwer Shoc GmbH, Nina Moritz, Gründerin von Fer, sowie Kai Lanz, Mitbegründer und Co-CEO von krisenchat. Vanessa Kuth von der Wirtschaftsförderung Münster beantwortete Fragen dazu, welche Unterstützung junge Gründerinnen und Gründer auf dem Weg von der Idee zur Umsetzung bekommen können.

Dabei wurden auch die weniger geradlinigen Seiten des Gründens sichtbar. Auf die Frage, was er rückblickend anders machen würde, berichtete Gordian Finger, dass er bei seinem ersten Unternehmen zu lange an einem Produkt festgehalten habe, von dem er persönlich überzeugt war, das sich wirtschaftlich aber nicht getragen habe. Sich davon zu lösen und mit einem neuen Produkt noch einmal anzufangen, sei ein harter Schritt gewesen – aber der richtige.

Patrick Kludt riet den Schülerinnen und Schülern, sich bei der eigenen Lebensplanung nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen. Wichtig sei, sich selbst kennenzulernen, den eigenen Weg zu finden und keine Angst davor zu haben, etwas auszuprobieren – auch wenn dadurch beispielsweise einmal eine Lücke im Lebenslauf entsteht.

Nina Moritz beschrieb eine andere Erfahrung, die Unternehmertum jungen Menschen ermöglichen kann: Schon früh mit deutlich älteren und erfahreneren Menschen an einem Tisch zu sitzen, auf Augenhöhe zu diskutieren und mit den eigenen Ideen ernst genommen zu werden.

Und was braucht es ganz am Anfang? Nicht zwingend Startkapital, erklärte Vanessa Kuth von der Wirtschaftsförderung Münster. Entscheidend seien zunächst Leidenschaft für die eigene Idee und der Mut, damit auf andere Menschen zuzugehen, sie zu teilen und Kontakte zu suchen.

Auch die Jugendlichen selbst brachten ihre Ideen auf die Bühne: In einer „Start-up-Staffel“ stellten Schülerinnen und Schüler eigene Gründungsideen vor und machten damit unmittelbar sichtbar, worum es beim Gipfel geht – nicht nur über Eigeninitiative zu sprechen, sondern selbst aktiv zu werden.

Von der Inspiration zur eigenen Idee und aktiver Umsetzung

Im Anschluss an den Gipfel ging es für einen Teil der Jugendlichen direkt praktisch weiter: STARTUP TEENS veranstaltete am Ratsgymnasium das dritte Ideen-Camp der aktuellen Westfalen-Tour zur Westfalen-Challenge 2027. Dort arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an eigenen Ideen und entwickelten erste Lösungsansätze.

Der SchülerStartupGipfel ist ein Format der Agentur GetPeople. Neben den Gesprächen mit Gründerinnen, Gründern und weiteren Gästen gehört dazu auch, dass Schülerinnen und Schüler selbst Aufgaben im Programm übernehmen – in Münster etwa in der Moderation und bei der Vorstellung eigener Gründungsideen. Die Stiftung Westfalen-Initiative unterstützt das Veranstaltungsformat an verschiedenen Schulen und Standorten in Westfalen.

Inhaltlich knüpfte der diesjährige Schwerpunkt an die Westfalen-Challenge an, die die Stiftung Westfalen-Initiative gemeinsam mit STARTUP TEENS durchführt. Dort können Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren eigene Geschäftsideen entwickeln und einreichen.