Westfalen beim Nordrhein-Westfalen-Tag
Drei Tage Westfalen mitten in Münster
Westfalen-Meile und Westfalen-Bühne zeigen beim Nordrhein-Westfalen-Tag die Vielfalt, Ideen und das Engagement der Region
Münster, 28.-30.8.2026. Hunderttausende Menschen haben am Wochenende in Münster den 80. Geburtstag Nordrhein-Westfalens gefeiert. Mittendrin: die Westfalen-Meile und die Westfalen-Bühne zwischen LWL-Museum und Aegidii-Markt. Drei Tage lang wurde hier sichtbar, was die Region ausmacht – von Friedensgeschichte und Kultur über Unternehmertum und Innovation bis zu Ehrenamt, Bildung und jungen Menschen, die selbst Verantwortung übernehmen.
Die Stiftung Westfalen-Initiative hatte gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus der Region ein Bühnenprogramm und eine Erlebnismeile gestaltet, die Westfalen nicht nur vorstellen, sondern vor allem seine Menschen zu Wort kommen lassen sollten. Prominente Gäste trafen dabei auf junge Gründerinnen und Gründer, Schülerinnen und Schüler auf Entscheider aus Politik und Wirtschaft, Kulturschaffende auf Engagierte aus Vereinen und Initiativen.
Vom Westfälischen Frieden bis zum Kickerduell
Den Auftakt am Freitag machte die Big Band der Friedensschule Münster. Um 16.48 Uhr wurde es anschließend für einen Moment feierlich: In Erinnerung an den Westfälischen Frieden von 1648 läuteten in Münster die Kirchenglocken. NRW-Schulministerin Dorothee Feller griff diesen historischen Moment auf der Westfalen-Bühne auf und erinnerte an die Bedeutung des Friedensschlusses für Gegenwart und Demokratiebildung. Frieden sei nicht einfach gegeben, dazu müsse man beitragen. Sie begrüße deshalb ausdrücklich Jugendprojekte, die auch schon junge Menschen an diesen gemeinsamen gesellschaftlichen Auftrag heranführen.
Wie junge Menschen selbst zu einem friedlichen Europa beitragen können, zeigte anschließend der Jugendpreisträger des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens, socioMovens. Mit Autorin Elina Penner kam Literatur aus Westfalen auf die Bühne. Sie stellte ihren neuen Roman „Die Unbußfertigen“ vor, der die Kehrseiten der digitalisierten Welt und der sozialen Medien beleuchtet. Zum Abschluss des ersten Tages wurde es dann sportlich: BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer und LWL-Direktor Dr. Georg Lunemann kickerten mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Josef Hovenjürgen und FDP-NRW-Fraktionsvorsitzendem Henning Höne und diskutierten über Fußball und die Region. Als es zu regnen begann wurde westfälisch improvisiert und das Publikum mit auf die trockene Bühne genommen. So konnten die Zuschauer das Kickerduell hautnah miterleben.
Junge Ideen und Innovation aus Nordrhein-Westfalen
Am Samstag zeigte sich die Westfalen-Bühne besonders zukunftsorientiert. Beim Gespräch „Feller & Feller“ traf Schulministerin Dorothee Feller auf die Münsteraner Komikerin Lisa Feller. Im lockeren Gespräch unterhielten sie die Zuschauerinnen und Zuschauer und endeten mit einem Lob des Humors in einer herausfordernden Zeit: Ein heiteres Herz sei die beste Prävention für Rechtsextremismus.
Junge Gründerinnen und Gründer berichteten anschließend gemeinsam mit STARTUP TEENS davon, wie aus einer Idee im Klassenzimmer ein echtes Unternehmen werden kann. Mit dabei waren unter anderem Jugendliche, deren Weg bereits bis ins Finale des bundesweiten STARTUP-TEENS-Wettbewerbs oder sogar in die Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ geführt hatte – AR-Physics berichteten von ihren Erfahrungen und ihrem weiteren Werdegang. Als wichtigste Eigenschaft für die Unternehmensgründung benannte die Schülerin Maryam Zukhurova (Gründerin marbi.invest) ihre Neugier. Sie sei es, die sie immer wieder dazu treibt, neue Dinge auszuprobieren.
Beim „Innovationssignal vom NRW-Tag“ kamen mit BRYCK Startup Alliance, Factory33, Gateway Factory und R-Factory vier Startup-Ökosysteme aus Nordrhein-Westfalen zusammen. Gemeinsam mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und jungen Technologieunternehmen machten sie deutlich, welche Innovationskraft in den Regionen des Landes steckt. In einer kurzen Pause nahm sich die Ministerin Zeit für einen Kurzpitch und ein Foto mit den Jungs von „Bonbuddy“, die zuvor mit Startup Teens auf der Bühne standen.
Auch Kultur gehörte zum Bild Westfalens: Frank Goosen las aus seinem neuen Roman „Lovely Rita“ und fachsimpelte mit dem Vorsitzenden des Westfälischen Literaturbüros Unna, Wolfram Kuschke, über westfälische Getränke. Bestsellerautor Peter Prange und Komponist Mark Scheibe verbanden bei „Deutschland, mon amour“ Literatur und Musik zu einer Reise durch das 20. Jahrhundert. Und Tischfußball-Weltmeister Markus Salewski kickerte spontan im freien Spiel gegen eine ganze Reihe von Gästen aus dem Publikum.
Von Münster live bis in die Antarktis
Der Sonntag brachte Westfalen schließlich buchstäblich mit der Welt zusammen. In einer Sonderausgabe der Unterhaltungsshow „Westfalen weltweit“ begrüßte Moderator Martin Quilitz unter anderem Landtagspräsident André Kuper, Autor Peter Prange, Magierin Allison Wonder, Moderator Adam Riese, Kabarettist Ingo Börchers und Artisten des GOP, die ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie boten. Die spektakulären Manöver des BMX-Künstlers Frank Wolf ergänzten Artistik und Zaubershow.
Einen besonderen Perspektivwechsel bot anschließend der Programmpunkt „Hallo Antarktis!“, der das Projekt „SchülerZukunftsGifpel“ vorstellte, das die Stiftung in Kooperation mit der Agentur Get People durchführt. Wie es bei diesem Veranstaltungsformat üblich ist, übernahmen auch auf der Westfalen-Bühne Schülerinnen selbst die Moderation. Lena und Lora führten ein Live-Interview mit einem Gast auf der anderen Seite der Erde: Arktisforscher Ingo Gerstmann.
Zum Abschluss des Tagesprogramms berichteten junge Erwachsene beim Projekt „Gamechanger“ von Selbstverantwortung und Persönlichkeitsentwicklung, während Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stiftungsprojekts „Sprache und Selbstmanagement“ gemeinsam mit dem ukrainischen Chor Oberig persönliche Geschichten und Musik auf die Bühne brachten. Mit einem Kickerturnier endete das Programm. Acht Teams, die sich zuvor beworben hatten, traten gegeneinander an – die Sieger: Klaus und Michael.
Eine Meile zum Kennenlernen und Mitmachen
Auch abseits der Bühne gab es auf der Westfalen-Meile viel zu entdecken. Hier ergänzten die Partnerinnen und Unterstützer das Bühnenprogramm der Stiftung. Dazu zählten die MERKUR GROUP, der Coppenrath Verlag, Amprion, Lobbe und VEKA. In den Pagoden entlang der Meile präsentierten weitere Unternehmen, Verbände und gemeinnützige Organisationen ganz unterschiedliche Seiten der Region. LWL und LVR gaben Einblicke in ihre vielfältige Arbeit für die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Die Sparkassen in Westfalen-Lippe machten gemeinsam mit DOC MORGENneugierig auf die Internationale Gartenausstellung 2027, beim Nahverkehr Westfalen-Lippe drehte sich alles um Mobilität und Buderus brachte mit einem Erlebnisfahrzeug moderne Heiztechnik zum Anfassen nach Münster.
Das Familienunternehmen WEPA aus Arnsberg zeigte, wie nachhaltige Produkte rund um Hygienepapiere entstehen. Wechselnde LWL-Inklusionsunternehmen machten sichtbar, wie Teilhabe im Arbeitsleben ganz praktisch gelingen kann. Bei skate-aid konnten Besucherinnen und Besucher erfahren, wie Skateboarding genutzt wird, um Kinder und Jugendliche zu stärken und ihnen Selbstvertrauen und eigene Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Für genussvolle Pausen sorgten unter anderem EisBerger und der SuperBioMarkt mit seinen Partnern. Zum Treffpunkt der Meile wurde der Westfälische Biergarten direkt vor der Westfalen-Bühne: Hier ließ sich das Bühnenprogramm verfolgen, gemeinsam essen und trinken oder einfach miteinander ins Gespräch kommen.
Persönliche Begegnungen standen auch beim Format „Auf einen Kaffee mit …“ des Westfalen e.V. im Mittelpunkt. Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen dort unmittelbar mit Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch und nahmen sich bei Signierstunden Zeit für persönliche Begegnungen.
So wurde die Westfalen-Meile selbst zu einem kleinen Querschnitt durch die Region: Wirtschaft und öffentliche Institutionen, gesellschaftliches Engagement und Inklusion, Mobilität, Nachhaltigkeit und Freizeit trafen aufeinander – und vor allem auf die Menschen, die Westfalen mitgestalten.
Westfalen lebt vom Mitmachen
Für die Stiftung Westfalen-Initiative stand hinter dem Wochenende eine einfache Idee: Eine Region wird nicht allein durch ihre Landschaft, ihre Geschichte oder ihre Institutionen geprägt. Sie lebt vor allem von Menschen, die selbst etwas anstoßen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit anderen etwas bewegen.
Dafür gab es auf der Westfalen-Meile viele Beispiele: Schülerinnen, die selbst eine Bühnensendung moderieren, Jugendliche, die Unternehmen gründen, Ehrenamtliche, die Vereine und Initiativen tragen, Kulturschaffende, die ihre Perspektive auf die Region einbringen, und Unternehmen und Institutionen, die eigene Ideen für die Zukunft entwickeln.
„Mit unserem Programm konnten wir zeigen, wie wir unserem Stiftungsauftrag gerecht werden: Gute Unterstützung nimmt Menschen das Handeln nicht ab. Sie schafft Möglichkeiten, ermutigt und befähigt dazu, selbst aktiv zu werden. Wir danken allen Partnerinnen und Partnern, dass sie dieses Vielfältige Programm mit uns gestaltet haben“, resümmiert Christoph Dammermann, Geschäftsführer der Stiftung.