Zu Gast bei den Krupp-Stiftungen in Essen
Zu Gast bei den Krupp-Stiftungen in Essen
Die Stiftung Westfalen-Initiative für Eigenverantwortung und Gemeinwohl war zu Gast in Essen bei der Margarethe Krupp-Stiftung und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Bei Führungen vor Ort erhielt das SWI-Team Einblicke in das Wohnkonzept der Margarethenhöhe und lernte bei einer Begehung der Villa Hügel zugleich einen zentralen Ort der Krupp-Geschichte kennen.
Die Margarethe Krupp-Stiftung wurde 1906 gegründet und prägt die Margarethenhöhe bis heute mit rund 3.100 Wohnungen und über 60 Gewerbeeinheiten. Die vom Architekten Georg Metzendorf geplante Gartenstadt entstand ab 1909 in 29 Bauabschnitten und gilt nach Angaben der Stiftung als Denkmal von europäischem Rang, das Ruhr Museum würdigt sie zudem als eine der bedeutendsten Siedlungen der internationalen Gartenstadtbewegung.
Bei der Vergabe ihres Wohnungsbestands orientiert sich die Margarethe Krupp-Stiftung an der Lebenssituation und am tatsächlichen Wohnbedarf ihrer Mieterinnen und Mieter – eine von Margarethe Krupp persönlich festgelegte Vorgabe. Größere Häuser und Wohnungen sind auf der Margarethenhöhe ausdrücklich für Familien vorgesehen. Zugleich versucht die Stiftung, durch Wohnungswechsel innerhalb des Bestands passgenaue Lösungen für unterschiedliche Lebensphasen zu ermöglichen. Die Führung übernahmen Tim Schwede und Jochen Biefang von der Margarethe Krupp-Stiftung.
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung nahm 1968 ihre Tätigkeit auf und fördert aus den Erträgen ihrer Unternehmensbeteiligung gemeinnützige Vorhaben in Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, Gesundheit und Sport. Zugleich trägt sie Verantwortung für Villa Hügel, Hügelpark und das Historische Archiv Krupp. Der Ort besitzt damit nicht nur architektonischen und stadtgeschichtlichen, sondern auch einen hohen historischen Quellenwert.
Die Erschließung dieser Bestände schließt ausdrücklich auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Rolle der Firma Krupp im Dritten Reich und mit der Person Alfried Krupps ein. Zugleich dokumentieren Villa Hügel und die dort bewahrten Bestände weit mehr als Unternehmensgeschichte: Sie eröffnen auch Einblicke in Familien- und Alltagsgeschichte, Architektur- und Kulturgeschichte, Industrie- und Sozialgeschichte sowie in die Geschichte der visuellen Medien – nicht zuletzt, weil das historische Archiv Krupp neben Akten, Geschäftsbüchern und Plänen auch Filme, Postkarten, museale Objekte und über 2 Millionen Fotografien bewahrt, die bis in die Frühzeit dieser Medien zurückreichen; hinzu kommen private fotografische Überlieferungen der Familie. Die Führung durch die Villa Hügel übernahmen Volker Troche und Frederic Kunkel.